Okt 08 2021

Mit Feedback umgehen

Worauf kommt es zu Beginn und während einer Zusammenarbeit zwischen Kreativen und Kund*innen an? Was kann man tun, um Kommunikationsprobleme zu vermeiden? Mehr dazu im Artikel.

Mein großes Glück ist es, dass ich ganz tolle Kund*innen habe. Mit den allermeisten entsteht in kurzer Zeit ein Vertrauensverhältnis und auch gegenseitige Wertschätzung ist wichtig, wenn man zusammenarbeitet. Doch was ist, wenn die Kommunikation nicht mehr klappt, der Kunde oder man selbst unzufrieden ist? Manchmal fühlt sich das Ganze an, wie als würde man auf rohen Eiern laufen. Doch das muss nicht sein.

Ein Geheimrezept dafür gibt es nicht, aber allerhand Methoden, wie man damit umgehen oder es sogar vermeiden kann. Am 16. September 2021 gab es dazu einen Vortrag bei den CreativeWeibs, den ich mit einer kreativen Kollegin zusammen gemacht habe. Initiiert und organisiert wurde das Ganze vom K³ Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro Karlsruhe.

Hier im Blog habe ich einmal die wichtigsten Punkte zum Thema Feedback für Kreative zusammengefasst:

 

Feedback geben

Feedback geben ist eine hohe Kunst. Im Laufe der Jahre bin ich ziemlich abgehärtet, doch manchmal geht einem Feedback trotzdem nahe oder man hat schlaflose Nächte. Hier habe ich ein paar Tipps, wie man Feedback geben kann, ohne dass so etwas passiert:

    • Immer sachlich bleiben, nicht persönlich werden
    • Das Problem schildern und nicht mit vermeintlichen Lösungen kommen, wenn man nicht vom Fach ist
    • Auf die Fachkenntnis des Gegenübers vertrauen, deswegen haben wir die Person ja engagiert
    • Das Briefing im Hinterkopf haben
    • Sich in die Zielgruppe hineinversetzen, nicht immer trifft der persönliche Geschmack auch den der Zielgruppe
    • Auf Augenhöhe kommunizieren
    • Auch positive Dinge hervorheben, nicht nur negative
    • Auf die Wortwahl achten und nicht zu sehr ins Extreme rutschen, wie “ich bin enttäuscht”

 

Feedback annehmen

Genauso schwer wie Feedback geben, ist es Feedback anzunehmen. Erst Recht, wenn es Kritik an der eigenen Gestaltung ist und wir Kreative uns sehr viele Gedanken gemacht haben, wieso etwas so aussieht, wie es nun aussieht. Das ist für Menschen, die nicht vom Fach sind, manchmal schwer nachzuvollziehen. Egal wie das Feedback ausfällt, hier sind ein paar Tipps, wie man damit umgehen kann:

      • Das Feedback ernst nehmen (egal wie das zunächst ausfällt)
      • Briefing und Zielgruppe in Erinnerung rufen
      • Wenn der Kunde mit „Lösungen“ kommt, das „Warum“ herausfinden
      • Auf Augenhöhe kommunizieren
      • Kritik an der eigenen Arbeit bedeutet nicht, dass diese „schlecht“ ist
      • Nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen
      • Kritik/Feedback nicht persönlich nehmen
      • Sachlich und fachlich argumentieren
      • Immer an der Problemlösung orientieren, nicht am Problem

Und wenn es doch nicht gut läuft?

Dann ist das kein Weltuntergang. Man kann und muss nicht mit jedem Menschen auf der Welt super zusammenarbeiten können. Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht oder die Vorstellungen und Arbeitsweisen gehen zu weit auseinander. Entweder wir arrangieren uns damit, oder ziehen weiter. Es ist nichts falsch daran, eine Zusammenarbeit zu beenden. Wichtig ist, daraus zu lernen und es nicht allzu sehr auf sich selbst zu beziehen. Hier noch ein paar Tipps, wenn eine Zusammenarbeit mitten im Projekt endet:

      • Offen kommunizieren, dass man mit der Art der Kommunikation oder Zusammenarbeit nicht zufrieden ist
      • Auf die eigenen Ressourcen achten (lohnt sich der Stress?)
      • Vertrag beenden und bisher geleistete Arbeit in Rechnung stellen (Zeiten tracken ist hier von Vorteil)
      • Je nach Abmachung den aktuellen Stand zur Verfügung stellen, offene Daten sind keine Pflicht, wenn die Herausgabe nicht vorher schon geregelt wurde
      • Abhaken und weitermachen 🙂

 

Ich hoffe, ich konnte der einen oder anderen Person ein paar gute Tipps an die Hand geben. Wichtig ist: man ist nicht alleine. Konflikte entstehen in jeder menschlichen Beziehung und egal wie sehr man sich bemüht, sie sind nicht immer vermeidbar. Wichtig ist, die eigene Herangehensweise zu finden.

 

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