Feb 01 2019

3 Jahre Selbstständigkeit als Grafik Designerin, Fotografin und Dozentin

Heute sind es genau 3 Jahre Grafik Design und Fotografie in Karlsruhe, Mannheim und Umgebung. Um dies zu erreichen, habe ich hart gearbeitet. Hat es sich gelohnt? Eine erste Bilanz.

Zuerst möchte ich definieren, was “sich lohnen” für mich persönlich bedeutet. Mein Ziel zur Existenzgründung war es, als Selbstständige meine Zeit selbst einteilen zu können – die sogar für den German Design Award nominiert wurde. Ich bin oft abends kreativer als morgens und nun kann ich selbst entscheiden, wann ich eine Aufgabe erledige. Manchmal entscheide ich mich, am Wochenende zu arbeiten und nehme mir dafür unter der Woche frei. Dieses Ziel habe ich auf jeden Fall erreicht. Auch hätte ich ohne diese Einteilung meine Bachelorarbeit, ein veganes und nachhaltiges Kochbuch nie schaffen können. Dort habe ich aus nachhaltigen Gründen ausschließlich mit Tageslicht fotografiert und bei einer Festanstellung hätte ich das nicht realisieren können. Auch habe ich somit meine Liebe zur Foodfotografie entdeckt, die ich bereits für Kunden wie das Restaurant Azteca Mexicana, das Studierendenwerk Karlsruhe und für freie Arbeiten wie futuristische Foodfotografie einsetzen konnte.

Finanziell hat es sich die Existenzgründung auf jeden Fall gelohnt. Trotz Vollzeitjob konnte ich nie genug Geld beiseite legen. Egal wie viel ich arbeitete, ich habe nicht mehr Geld erhalten als vertraglich geregelt. Nun bin ich finanziell unabhängiger und muss mir keine Sorgen machen, den Job jederzeit verlieren zu können und ohne etwas dazustehen. Ich habe Phasen an denen ich sehr viel arbeiten muss, habe aber dadurch ein finanzielles Polster geschaffen für Zeiten, an denen nicht so viel passiert. Durch die Arbeit als Dozentin für Medientechnik und Kommunikationsdesign an der Schule habe ich ein regelmäßiges Einkommen und Stammkunden mit regelmäßigen Aufträgen. Ich kann genug Urlaub machen, auch wenn die Zeiten durch die Schule etwas begrenzter sind. Natürlich kommen einige Kosten dazu wie Versicherungen, Vorsorge und besseres Equipment. Doch selbst wenn ich wenig verdiene oder am Ende wenig übrig bleibt, bin ich glücklicher als zuvor und habe mehr Freizeit, die mir mehr wert ist als alles Geld der Welt.

Jobangebote kommen viel häufiger rein. Das bedeutet nicht, dass ich das nächstbeste Angebot annehmen werde, aber ich weiß, dass ich jederzeit wieder in eine Festanstellung gehen kann. Dies ist aber nicht geplant, zu sehr genieße ich meine Freiheit als Selbstständige. Bisher musste ich auch kaum Akquise machen, es hat sich alles über Zufall oder Vitamin B ergeben und dafür bin ich sehr dankbar.

So viel Erfahrung in Projekten für Corporate Designs und Markenentwicklungen wie die letzten 3 Jahren, konnte ich während meiner Zeit in den Agenturen nicht sammeln. Dort hatte ich, der Struktur geschuldet, keinen Kundenkontakt und hatte nie die Möglichkeit, meine eigenen Ideen zu präsentieren. Nun arbeite ich auf Augenhöhe mit meinen Kunden zusammen. Ich sehe mich nicht mehr als reinen Dienstleister, der das zu tun hat was der Kunde sagt. Meine Kunden und ich sind ein Team, es ist eine Zusammenarbeit und ein Geben und Nehmen. Ich habe Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Branchen und das ist unheimlich interessant und daher macht mir mein Beruf als Grafik Designer auch so viel Spaß. Ich habe gelernt, mich durchzusetzen und ein Standing als Designerin zu schaffen. Durch die Fotografie lerne ich neue und interessante Menschen kennen. Auch die Arbeit an der Schule lehrt mich sehr viel über mich selbst und den Umgang mit anderen Menschen.

Auf meine Referenzen bin ich sehr stolz. Egal ob ein Logodesign für eine Künstlerin, eine Imagebroschüre für ein Marktforschungsunternehmen, der Geschäftsbericht für eine öffentliche Einrichtung oder Plakatdesigns für die Zielgruppe Studenten – jedes Projekt macht Spaß und lässt mich weiter wachsen. Die Arbeiten aus Agenturzeiten fühlten sich oft nicht so an, als wären es “meine”. Nun habe ich viel mehr Einfluss auf gestalterische Projekte und meine Kunden vertrauen mir. Es sind tolle Arbeiten entstanden, die ich auch gerne hier auf der Webseite zeige.

Die Bilanz ist gezogen, ganz ohne Zahlen. Ich kann sagen, dass ich meine Entscheidung, mich selbstständig als Grafik Designerin zu machen,  keinesfalls bereue – nicht einen Tag. Es gab sehr harte und stressige Zeiten, gerade wenn bei Job, Schule und Studium alles auf einmal kommt. Doch darauf folgen auch wieder Zeiten ohne viel Stress und ich weiß genau, ich mache das für mich. Für niemanden sonst arbeite ich Tag für Tag, Stunde um Stunde. Und das ist ein schönes Gefühl.

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