2 Jahre Selbstständigkeit und warum man nicht auf Nein-Sager hören sollte |
Jenny Habermehl – freiberufliche Grafik Designerin und Fotografin Kreative Lösungen für Ihre Aufgaben im Bereich Unternehmenskommunikation, Corporate Design, Broschüren, Editorial Design, Geschäftsausstattung, Business Fotografie sowie Projekte im Print und Digitalen Medien.
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Mrz 16 2018

2 Jahre Selbstständigkeit und warum man nicht auf Nein-Sager hören sollte

Hat Ihnen schon einmal jemand gesagt, dass “das” nichts für Sie wäre? “Das” steht hier für ein angestrebtes Ziel, z. B. ein Studium oder eine Ausbildung oder einfach der Traumberuf oder der Schritt in die Selbstständigkeit. Wir hören solche Sätze leider sehr oft. Auch ich habe diese Sätze gehört, als ich von heute auf morgen meinen Agenturjob gekündigt habe.

 

Ausbildung

Hätte ich damals auf den Chef einer Agentur gehört, bei der ich ein Praktikum gemacht habe, dann hätte ich lieber keine Ausbildung zum Mediengestalter machen sollen. Seine Worte waren: “Das ist nichts für dich. Du solltest dir lieber was anderes suchen.” Nicht gerade motivierend für eine 19-jährige. Ich fragte mich, woher er das wissen konnte, denn er war in den zwei Wochen Praktikum nie da und die Mitarbeiter hatten mich ziemlich gelobt. Mein Entschluss? Ich will diese Ausbildung machen und habe dann auch über ein paar Umwege einen Ausbildungsbetrieb gefunden, wo ich trotz Ausbildung als vollwertige Mitarbeiterin gesehen und geschätzt wurde und durch die herausfordernden Aufgaben sehr viel gelernt habe.

 

Nach der Ausbildung wollte ich unbedingt studieren. Ich bewarb mich an einer Hochschule und kam sogar bis zur Aufnahmeprüfung. Die Absage war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich war mir dermaßen sicher, den Platz zu bekommen, dass ich mir keine Alternative gesucht hatte. Vor mir standen 6 Monate Arbeitslosigkeit und große Selbstzweifel. Keiner wollte einen Azubi, der keine Arbeitserfahrung hat (auch wenn man eigentlich 3–4 Tage die Woche am Arbeitsleben teilnimmt). Liebe Unternehmen, überlegt euch das noch einmal, denn gerade junge Menschen haben oft gar keine richtige Chance, in das Berufsleben einzusteigen. Wieder über Umwege kam ich zu einem Job und ging trotzdem meinen Weg.

 

Studium und Selbstständigkeit

Durch Zufall fand ich das Fernstudium Grafik Design bei der DIPLOMA, bewarb mich und 2016 habe ich meinen Bachelor of Arts erfolgreich absolviert. Es waren harte Jahre, mit der Festanstellung, dem Studium und ich habe noch nebenher Projekte und Kunden betreut. Vor Beginn meiner Bachelorarbeit spürte ich, dass es Zeit war zu gehen. Ich wollte mich auf den Bachelor konzentrieren und mir meine Selbstständigkeit aufbauen. Also kündigte ich meinen unbefristeten Job und da waren sie wieder: Die Bedenkenträger, die Nein-Sager. “Als selbstständiger Grafik Designer hat man es voll schwer.” “Also ich hätte nicht den sicheren Job aufgegeben.” “Es gibt ja schon so viele Selbstständige in der Branche.” “Ich kenne eine, die selbstständig ist, die meinte, dass man kaum Aufträge kriegt.” Erst einmal finde ich es ja gut, wenn man Für und Wider eines Vorhabens gründlich beleuchtet. Aber andere müssen das nicht für mich tun. Ja, als Selbständiger Grafik Designer hat man es schwer. Jeder Selbstständige hat es schwer. Punkt. Aber deshalb kann ich es doch trotzdem versuchen! Im schlimmsten Fall suche ich mir wieder einen Job, auch wenn ich gar nicht mehr zurück in die klassische Werbebranche möchte. Aber ich habe doch alle Möglichkeiten, die der Arbeitsmarkt so hergibt. Und das sind unglaublich viele. Auch als Selbstständiger kann man sich neue Wege und Möglichkeiten suchen.

 

Als Dozentin für „Darstellen“, „Fotodesign“ und „Unternehmenskommunikation“ an der DIPLOMA Hochschule habe ich Jenny kennen und schätzen gelernt. Ihr herausragendes fotografisches und gestalterisches Talent, ihre Leidenschaft und ihr Engagement, sind ein hervorragendes Aushängeschild für den europaweit einzigen Fernstudiengang Grafik Design.

Prof. Martina Wetzel
Dipl. Des., Tutorin des Jahres 2014

 

Also, nach der Hürde mit der Ausbildung, dem Rückschlag mit dem Studium und den ganzen Bedenken wegen der Selbstständigkeit weiß ich nun, dass Aufgeben keine Alternative ist. Ich wollte unbedingt diesen Beruf ausüben und jeden Tag stehe ich auf mit dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Ich will keine Minute eintauschen. Und das ist doch das, was zählt. Und da dachte ich, ich setze noch den Master drauf. Warum? Weil ich es kann. Und will. Auch wenn mir wieder einige Leute sagen, dass ich das doch als Selbstständige nicht mehr brauche. Vielleicht ja gerade deswegen? Ist eigentlich egal, denn auch das war meine Entscheidung und bisher bereue ich auch diese nicht. Bildung kann niemals eine schlechte Entscheidung sein.

 

Arbeiten als Designerin

Kaum eine Branche wird so oft als “schwierig” und “hart umkämpft” bezeichnet wie die Designbranche. Pitches, ein großes Angebot an Fachkräften und der sehr stark fluktuierende Markt machen es zu einem Beruf, der nicht ganz so einfach ist. Doch ich bin davon überzeugt, dass jeder seine Nische finden wird. Mittlerweile wurden viele meiner Arbeiten bei Design made in Germany veröffentlicht. Das Auftragsbuch ist auch gut gefüllt und ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich tue. Die ständige Herausforderung hält mich auf Trab, ich liebe es, mich in neue Themen einzuarbeiten und Dinge zu tun, die ich vorher noch nie gemacht habe. Bisher bin ich damit sehr gut gefahren. Ich kann nur jedem raten, der sich selbstständig machen möchte: Immer am Ball bleiben und niemals stehen bleiben. Flexibilität ist das A und O.

 

Tätigkeit als Dozentin

Nächster Schritt: die Arbeit als (freiberufliche) Dozentin. Seit September 2017 unterrichte ich nun zwei Tage die Woche an der Akademie für Kommunikation in Karlsruhe. Und es ist toll. Langsam habe ich mich in den Schulalltag eingewöhnt und der Unterricht macht Spaß und ich lerne selbst sehr viel dazu oder frische mein Wissen wieder auf – was mir wiederum für meine Selbstständigkeit zugute kommt. Win-Win sozusagen.

 

Fazit

Jetzt, nach zwei Jahren Selbstständigkeit, kann ich mit gutem Gewissen sagen: hätte ich auf alle Nein-Sager gehört, dann wäre ich nicht da wo ich jetzt bin. Selbstständig mit einem tollen Kundenstamm, als Dozentin und mit meinem Masterstudium. Ich persönlich denke, dass man alle seine Träume erreichen kann. Sie sollten realistisch sein, oder ein bisschen über der Grenze des Realistischen. Man sollte sich nicht zu sehr von der Meinung anderer dazu verleiten lassen, seine Ziele aus den Augen zu verlieren. Angst ist kein guter Begleiter, einfach mal mutig sein und machen. Was kann schon passieren? Wer auf Nummer sicher gehen will, baut sich seine Existenz erst einmal neben dem Beruf auf. Eine Absage ist kein Weltuntergang, aber man hat es versucht und weiß im besten Fall, was man hätte besser machen können. Learning by doing klingt sehr abgedroschen, aber kein Lehrbuch der Welt kann einem die Erfahrung abnehmen. In Deutschland sieht man es nicht gerne, wenn man scheitert. Aber ich finde, gerade das gehört dazu und bildet erst den Charakter. Dazu kann ich nur diesen Artikel in der Wirtschaftswoche empfehlen. In Amerika wird erst einmal gefeiert, wenn ein Startup in die Binsen geht. Und weiter geht es.

 

 

Hier möchte ich weiterführende Literatur und Filme empfehlen, die mich sehr inspiriert und ermutig hat

 

Kreativität aushalten von Frank Berzbach*

 

Am Arsch vorbei geht auch ein Weg von Alexandra Reinwarth*

Herrlich erfrischend schreibt Alexandra Reinwarth über das, was wir täglich erleben: Erwartungen an uns selbst und von anderen.

 

Die fabelhafte Welt der Amélie*

“So, meine kleine Amélie. Sie haben keine Knochen aus Glas. Sie dürfen sich ins Leben stürzen. Die Chance dürfen Sie nicht ungenutzt vorbeiziehen lassen, sonst wird Ihr Herz mit der Zeit, nach und nach, so trocken und verletzlich, wie mein Skelett. Also, verdammt noch mal: Los jetzt!” sagte der Mann mit den Glasknochen zu Amélie. Und recht hat er: Wir sollten einfach mal machen.

 

Forest Gump*

“Also meine Mutter hat immer gesagt, Wunder passieren an jedem Tag. Es gibt Leute, die glauben nicht daran, aber es ist so.” Diesen Klassiker muss man einfach gesehen haben. Forrest Gump erlebt seine Welt auf solch unbedarfte Weise und scheint durch reinen Zufall an vielen berühmten Erscheinungen beteiligt zu sein: “Im Laufe seines Lebens begegnet Forrest vielen weiteren berühmten Persönlichkeiten, darunter John F. Kennedy, John Lennon, Lyndon B. Johnsonund Richard Nixon. Er bringt naiv die Watergate-Affäre ins Rollen, verhilft John Lennon zur Idee für sein Lied „Imagine“ und taucht häufig da auf, wo Geschichte geschrieben wird, wie zum Beispiel beim Stand in the Schoolhouse Door in Tuscaloosa, im Vietnamkrieg oder auf den großen Bürgerrechtsdemonstrationen. Bei der Erfindung des Joggens, des Spruchs „Shit happens!“ sowie des Smileys steht der unbedarfte Forrest Pate.” (Quelle: Wikipedia) Egal was er erlebt, den Krieg oder die Hänseleien in seiner Kindheit, er hat immer diese positive Grundeinstellung. Auch wenn es oft Naivität ist, ist ein positiver Optimismus nicht falsch, wenn man etwas bewegen will.

*Die Links zu Literatur und Filmen sind Affiliate Links. Für Sie entstehen keine zusätzlichen Kosten. Mit dem Kauf über meinen Link unterstützen Sie meinen Blog.

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